Verfasst von: Sabine Kalitzkus | 29. Dezember 2008

Zerstörung von Kinderseelen bei den Zeugen Jehovas

In meinem Artikel über Nietzsches Horoskop wies ich auf die tragischen (Langzeit)-Folgen hin, die das Abrichten eines Kindes zum „rechten Glauben“ oft hat. Da Nietzsche jedoch seit mehr als hundert Jahren tot ist, kann er nicht mehr selbst über seine Qualen sprechen – uns bleiben nur seine Bücher und die Werke seiner Biographen, um uns ein Bild von seiner Kindheit zu machen.

Hilfreich sind daher Berichte von Zeitgenossen über ihre Kindheit. Solche Berichte sind immer noch selten, da ein Kind seine Gefühle und die Erinnerung an die Ereignisse, die diese Gefühle ausgelöst haben, ins Unbewußte verdrängen muß, um überleben zu können. Die einst verdrängten Gefühle werden jedoch im Laufe des Lebens immer wieder durch entsprechende Ereignisse ausgelöst. Hat man in solchen Situationen einen „wissenden Zeugen“ an seiner Seite, ist man als Erwachsener durchaus in der Lage, die Intensität dieser Gefühle zu verkraften.

Ein ungemein erschütternder Bericht einer Frau, deren Eltern den Zeugen Jehovas angehörten, erschien vor einigen Tagen in der Leserpost auf Alice Millers Website. Nach der Lektüre dieses Berichts kann man sich lebhaft vorstellen, unter welchen Umständen Nietzsche seine Kindheit verbringen mußte, denn damals funktionierte die sadistische Folter nach den Vorschriften der „Schwarzen Pädagogik“ noch sehr viel besser als heute.

Mehr zu den Maximen der Kindererziehung der vergangenen zweihundert Jahre können Sie im ersten Teil von Alice Millers Buch „Am Anfang war Erziehung“ lesen – in meinen Augen ein unverzichtbares Buch.


Antworten

  1. Zerstörung von Seelen …

    ist die Grundlage jeder patriarchal orientierten Religion (Dominanz, Macht und Unterdrückung). Erst zerstört man die Ganzheit des Menschen um ihm dann das (nie erreichbare) Seelenheil im Himmel anzubieten. Allerdings muß er dafür immer was tun – was den Kirchen und der Politik nützt. Er muß seine Lebensenergie opfern, seine Seele verkaufen. Durch die Verneinung seiner selbst, genauer gesagt seines weiblichen Anteils (Gefühl, Instinkt und seine Körperlichkeit, die Natur in ihm) entstehen Aggressionen durch den nicht gelebten eigenen Willen, somit kann man ihn für alles mißbrauchen was den Herrschenden von Vorteil ist. Die Destruktivität richtet er nun gegen sich oder seine „Feinde“ die man ihm vorsetzt. Mann gegen Frau, Mensch gegen Erde. Teile und herrsche – erst das Individuum, dann wird es zum Muster für Kollektiv.
    (Mehr dazu bei http://www.missamercuria.com)

    Man sollte sich die Frage stellen, welchen Grund ein Gott hätte seine eigene Schöpfung in dieser Weise zu schädigen??? Nutznießer davon kann nur das Gegenteil des Göttlichen sein! ;-)

    Passiert leider oft, daß Gut und Böse von den Leuten verwechselt wird.

    Gruß

    Karin

  2. Karin,

    Du sagst es. Dem ist nichts hinzuzufügen. Die Zeugen Jehovas sind nicht besser oder schlechter als jede andere Religionsgemeinschaft. Ich fand nur diesen Leserbrief an Alice Miller so beispielhaft und lehrreich, daß ich hier darauf aufmerksam machen wollte.

  3. Die sind alle mal schlimmer…. Skten gehören verboten!!

  4. Vielen Dank, daß dieses schwere Thema hier aufgegriffen und darüber berichtet wurde.

    Es gibt einfach keine „gute Religion“

    Liebe Grüße
    jK

  5. Danke jK, ich bin ganz Deiner Meinung. Die Zeugen Jehovas sind nur ein schauderhaftes Beispiel für die allgegenwärtige Kindesmißhandlung durch Erwachsene. Alle anderen Beispiele sind genauso schauderhaft.

    Liebe Grüße,
    Sabine


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